„Mein Leben ist eine Reise zu mir selbst”

Opernsängerin und Yogalehrerin: Ira Lauren vereint beides.

„Schon als Kind habe ich mit meiner Zwillingsschwester gesungen. Aber damals war eine Gesangskarriere undenkbar für mich. Ich wusste ja, wie anstrengend der Beruf ist. Und ich muss zugeben: Ich habe es gehasst, wenn meine Mutter daheim ihre Gesangsstimme geübt hat“, lacht Ira Lauren, Tochter einer Opernsängerin und eines Ägyptologen. Also begann sie, Geige zu studieren. „Als Kind habe ich viel Zeit bei den Ausgrabungen meines Vaters in Kairo verbracht. Die fremde Kultur und das allgegenwärtige Spirituelle haben mich fasziniert.“

Zurück in Österreich beschloss sie mit 16 Jahren, nach Wien zu gehen – und heiratete mit 17: „Mein Mann war bei meiner Maturafeier dabei.“ Auch eher ungewöhnlich: „Meine Geigenlehrerin unterrichtete auch Gesang. Irgendwann habe ich ihr vorgesungen, um herauszufinden, ob meine Stimme Potenzial hat.“ Sie absolvierte eine Musical-Ausbildung und sah sich schon als Darstellerin am Theater an der Wien. Dann kam ihre Tochter zur Welt: „Da merkte ich, dass meine Stimme reif für die Oper war – bis heute meine gesangliche Welt.“ Ihr Koloratursopran hat sie um die ganze Welt geführt: in die USA, an das Royal Opera House Muscat und nach Kairo. Lauren singt in Botschaften, für die Gesellschaft für Ethik und in Pensionistenheimen.

„Nach der Geburt meiner Tochter habe ich nach einem körperlichen Ausgleich und gleichzeitig nach einer geistigen Herausforderung gesucht.“ Sie entdeckte Yoga, eine neue Ruhe und Gelassenheit. Heute unterrichtet sie Yoga und Meditation im „Holmes Place” und im Theater an der Josefstadt. „Ich weiß, dass Künstler zwar auf der Bühne präsent sein können, privat aber oft nicht in sich verankert sind. Das Training ändert den Blick auf sich selbst und die Welt. Es geht darum, zurück zu unserem Ursprung zu finden, um alte Strukturen aufzulösen und Neues zu erschaffen, um in Frieden und Harmonie mit uns und unserer Umwelt zu leben.”


Text:
Ulrike Kozeschnik-Schlick
Fotos: Ira Lauren, Tobias Krüse/One Yoga Wien