Bei Oma Marianne und Opa Johannes schmeckt’s am besten

Kekserl, Kuchen, Strudel: Die Seniorinnen und Senioren der „Vollpension” geben ihr Backwissen jetzt online weiter.

Das Generationencafé “Vollpension” nutzt die Coronakrise, um neue digitale Wege zu gehen. Die Plattform „Vollpension BackAdemie” soll das Überleben des Betriebs und damit auch die Jobs der geringfügig beschäftigten Senioren sichern. Die Omas und Opas der „Vollpension” werden mit der „BackAdemie“ zu digitalen Back-Coaches.

Oma Marianne und Opa Johannes kennen sich aus: Sie haben reichlich Lebens- und Backerfahrung und sind dazu bereit, beides weiterzugeben. Unter dem Motto „Backen lernen von den Besten” hat die „Vollpension” ein umfangreiches Online-Angebot geschaffen. Beim „Back-1×1“ erhalten Anfänger einen ersten Einblick in die Welt von Kuchen, Strudel und Co. In kostenlosen Kurzvideos werden die Grundlagen des Backens erklärt. Zusätzlich gibt es hilfreiche Tipps, wenn doch mal etwas schiefläuft. Wie zum Beispiel rettet man Schlagobers, wenn es zu lange geschlagen wurde? Auch eine frei verfügbare Rezeptdatenbank mit den liebsten Kuchen, Strudeln und Torten der Senioren und einen Backshop, in dem Nutzer die benötigten Backutensilien kaufen können, sind vorhanden.

Perlen der Mehlspeiskunst

Wer nicht mehr ganz zu den blutigen Anfängern zählt und sein Können vertiefen möchte, ist in der  „OMAsterclass“, also in der Meisterklasse, gut aufgehoben. Die dreistündigen, kostenpflichtigen Kurse (79,90 Euro) gibt es zu verschiedenen Themen, wie etwa „Vegan backen mit Oma und Opa” oder „Perlen der Wiener Mehlspeiskunst”.  Demnächst wird es auch einen Kurs passend zur Saison geben, denn die Zeit der Weihnachtskekserl naht.

Wer den Meisterbäckern einmal so richtig über die Schulter schauen möchte, dem seien die „Live-Backkurse“ ans Herz gelegt. Dabei zeigt Oma Christine, worauf es bei veganen Zitronenschnitten ankommt. Die Kardinalschnitte, ein echter Klassiker, wird live von Opa Gerhard gebacken. Dabei erhalten die Zuseher nicht nur wichtige Backlektionen, sondern erfahren auch Wissenswertes rund um die süßen Verführungen. Oder wissen Sie etwa, worin das Wort „Mehlspeise” eigentlich seinen Ursprung hat?

Gesendet wird aus einem eigens dafür eingerichteten Studio im 6. Bezirk. Seit Beginn der Coronakrise leidet auch die „Vollpension” und wird an den Rand ihrer Existenz gebracht. Den Kopf wollte man trotzdem nicht hängen lassen. Seit April wurde unter Hochdruck an neuen Ideen gefeilt, bis schließlich die „BackAdemie” in die Tat umgesetzt wurde.

„Uns war klar, dass sich die Krise nach dem Sommer noch einmal zuspitzen würde”, sagt „Vollpension”-Mitgründer Moriz Piffl-Percevic. „Seit April arbeiten wir quasi Tag und Nacht daran. Jetzt ist das digitale Oma-Werkel fertig und spielt alle Stückerl.” Die „BackAdemie” soll als „digitaler und ortsunabhängiger Notausgang” für den kommenden Corona-Winter dienen. Damit sollen der Fortbestand des Unternehmens und die Arbeitsplätze der Omas und Opas, die sich hier etwas zu ihrer Pension dazuverdienen, gesichert werden.


Text:
Barbara Schuster
Fotos: Mark Glassner

Maronitorte

von Oma Zora (für eine 24-cm-Form)

Backofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. 370 g Maronipüree mit 15 ml Rum glattrühren. 6 Eier trennen, Dotter nach und nach zur Masse dazugeben und cremig schlagen. Klar mit einer Prise Salz zu steifem Schnee schlagen und der Maronimasse unterheben.

Teig in der mit Backpapier ausgelegten Springform 40 Minuten lang backen. 180 g Maronipüree mit 1,5 EL Rum glattrühren. 260 ml Schlagobers mit einem Dreiviertel Packerl Sahnesteif aufschlagen, Maronipüree unterheben. Torte ganz auskühlen lassen, einmal quer durchschneiden und mit Maronimasse füllen. Oben mit Schokoladenglasur überziehen und für zwei Stunden im Kühlschrank kaltstellen.