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Alja Slemensek, Brigittenauer
Lände 160–162/6/8
1200 Wien
www.aljaslemensek.com

Fashion im Wandel der Zeit

„Ich will nicht in der Mode arbeiten, um berühmt zu sein“: Designerin Alja Slemensek geht ihren eigenen Weg.

Als „Slow Fashion“ bezeichnet Alja Slemensek ihre Mode und gibt dadurch zu verstehen, dass die bei ihr erstandenen Kleidungsstücke einen wesentlich aufmerksameren Produktionsweg durchlaufen haben als die industriell und meist in Massen hergestellte Ware großer Modeketten. Gerade in der heutigen Zeit, in der gerne auf faire Arbeitsbedingungen, organische Rohstoffe und nachhaltige Produkte hingewiesen wird, findet ein Umdenken statt. Jedenfalls geht Slemensek einen Weg, der uns gut schlafen lässt. Denn man weiß bei ihren Kollektionen ganz genau, woher die Materialien dafür stammen und wie sie verarbeitet wurden.

Slemensek wurde 1983 in Slowenien geboren und begann schon im zarten Alter von fünf Jahren mit der Verarbeitung von Stoffen – zuerst für ihre Puppen, später für sich selbst. Daraus entwickelte sich eine Passion, der sie bis heute gefolgt ist. Und so kam es, wie es kommen musste: Sie studierte Mode- und Textildesign an der Hochschule in Ljubljana und kam dadurch ihrem Kindheitstraum ein gewaltiges Stück näher.

„Geprägt von Einflüssen verschiedenster Designrichtungen, hat es mich nach Dänemark und New York gezogen, wo ich erste Einblicke ins professionelle Designerbusiness nehmen konnte“, erzählt sie. Wieder zurück in ihrer Heimat, gründete Slemensek ihr eigenes Label und entwickelte ihre ersten Kollektionen mit dem Fokus auf Minimalismus, Asymmetrie und Kontraste. Formen waren ihr dabei weitaus wichtiger als Farben. „Ich liebe Herausforderungen und Aufgaben. Ich kann dadurch als Person wachsen, was wiederum Einfluss auf meine Arbeit und das damit verbundene Design hat“, philosophiert Slemensek über ihr Leben als Modeschöpferin. Es wäre untertrieben, ihren starken Hang zur Mode bloß als Vorliebe oder Faible abzutun. Beobachtet man ihr Vorgehen beim Kreieren ihrer Modelle, kann man getrost von einer ausgeprägten Hingabe sprechen, die sich auch in den fertigen Kleidungsstücken widerspiegelt.

Schlicht und trotzdem unkonventionell, keinem Klischee entsprechend, jedes Stück hat das gewisse Etwas und verleiht seiner Trägerin einen besonderen Charakter. Sechs Kollektionen sind es mittlerweile, die aus ihrer Hand entstanden sind. Präsentiert hat sie diese bereits auf der Berlin Fashion Week, der Bitola Fashion Week in Mazedonien und im Herbst 2011 auf der London Fashion Week. Dieses Jahr war mit großen Veränderungen für sie verbunden, nicht zuletzt weil Slemensek nach Wien übersiedelte, wo sie sich in einem Atelier in der Brigittenau niedergelassen hat.

Damen- und Kids-Fashion sind ihr Métier. Sie schneidert unaufhörlich an Kleidern, Pullis, T-Shirts, Röcken und den unterschiedlichsten Accessoires und bevorzugt dabei eine Machart, die keinem Modediktat unterworfen ist und noch nach Jahren Freude bereitet. „Schließlich sollte man Kleidung wertschätzen, die Qualität und Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellt und nicht nach einer Saison in der Mülltonne landet“, unterstreicht Slemensek den ökologischen Gedanken.

Was sie besonders liebt, sind Einzelanfertigungen, die frei nach den Wünschen ihrer Kundinnen hergestellt werden. Hochzeits-, Ball- und Cocktailkleider sind stark gefragt und fordern ihre Kreativität heraus. „Schließlich möchte ich jeder Frau damit ein Lächeln ins Gesicht zaubern und die Individualität der Trägerin zum Vorschein bringen.“

 

Text: Wolfgang Unger
Fotos: Alja Slemensek, Maja Rokavec