Timer der Superlative

Michele Falchetto bietet mit “Moduletto” Freunden der analogen Ideenfindung das passende System.

„Ein Notizbuch halt, nix Neues“, könnte man auf den ersten Blick vielleicht meinen. Doch hält man den „Moduletto“ erst einmal in Händen, wird einem sehr schnell klar, dass es sich bei diesem Produkt um weit mehr als nur einen Schreibblock handelt. Michele Falchetto, der Erfinder dieses ausgeklügelten Systems, hat sich monatelang den Kopf zerbrochen, um schlussendlich das zu präsentieren, was man im Segment der Agenden getrost als eine der innovativsten Ideen der vergangenen Jahre bezeichnen kann.

„Die Idee entstand bei einem Treffen mit Freunden, die – wie so oft – verzweifelt nach dem suchten, was sich in den Abgründen jedes Timers auf unzähligen vollgekritzelten Seiten vermuten lässt“, schmunzelt Falchetto. Man kennt dieses Übel sehr gut, denn diejenigen unter uns, die sich zu organisieren versuchen und Notizen analog zu Papier bringen, können ein Lied davon singen, was es heißt, die richtigen Informationen schnell und effizient herauszufiltern. Dabei wollte Falchetto Abhilfe schaffen. Nächtelang bastelte er am Prototyp seiner Idee, schnitt Muster in allen erdenklichen Formen und bastelte an Befestigungen, um schließlich dem nahezukommen, was als „Moduletto“ in Produktion gehen sollte. Der Unterschied zu den am Markt erhältlichen Timern, Filofax und wie sie alle heißen, liegt im Detail. Er macht schon einiges her, der „Moduletto“, der sich, wie der Name schon vermuten lässt, als Baukastensystem inszeniert und dem Nutzer die Möglichkeit bietet, die einzelnen Seiten nach Lust und Laune zu verschieben, auszutauschen und nach Priorität neu anzuordnen.

Libretto oder Piccoletto?

In den handelsüblichen Normgrößen A5 und A4, aber auch in der Sondergröße 8 mal 14 Zentimeter sind die schicken Merker erhältlich und haben klangvolle Namen wie Libretto, Studio oder Piccoletto. Doch was ist das Besondere daran? Wer die Wahl hat, hat die Qual. Dementsprechend wählt man nach Größe eine der 20 Farben für das Cover aus hochwertigem Karton, der weich und anschmiegsam in der Hand liegt. Danach geht es ans Eingemachte, sozusagen an das Herzstück des „Moduletto“: den eigentlichen Inhalt, der sämtliche kreativen Ergüsse des Besitzers festhält. Auch hier hat sich der findige Tüftler für eine außergewöhnliche Variante entschieden und bietet sämtliche Einlagen wie Schreib- und Kopierpapier, Kalenderblätter, aber auch Einlagetaschen und vieles mehr in diversen Farben, glatt, liniert, kariert oder auch punktiert an. „Wichtig waren mir dabei das Gefühl und vor allem das Geräusch, das beim Umlegen der Seiten entsteht. Das Papier sollte nicht rascheln oder gar knistern und beim Blättern den Finger umschmeicheln, vor allem aber beim Beschreiben ein weiches Gefühl vermitteln“, philosophiert Michele Falchetto über die hochwertige Papierqualität seines Produktes. Fehlte nur noch eine passende Befestigung für all die losen Blätter. Und da er auch hier nicht bei der Qualität sparen und dem Design gerecht werden wollte, entwickelte er spezielle Doppelgummibänder, welche die gesammelten Aufzeichnungen fixieren, passend zum Cover in den unterschiedlichsten Farben. Um dem edlen Charakter noch eins draufzusetzen, entwickelte er zahlreiche Außenhüllen aus Wollfilz und hochwertigem Leder, die dem „Moduletto“ den letzten Schliff verleihen sollten.

Made in Austria

Es fühlt sich tatsächlich sehr gut an, das persönlich modulierte Endprodukt, das nun dazu dient, all das, was man vergessen könnte und damit unbedingt festgehalten werden muss, seiner Bestimmung zuzuführen. Produziert wird Falchettos Produkt ausschließlich in Österreich – ausgenommen das Cover, das als einziger Bestandteil seinen Weg von England nach Wien findet. Wer also in Zukunft zugunsten einer analogen Oldschool-Version auf Smartphones und Tablets verzichten möchte, sich einen Blickfang mit einem ausgeklügelten System wünscht und Flexibilität beim Kreieren von eigenen Ideen als willkommene Alternative betrachtet, wird mit dem „Moduletto“ sehr glücklich sein.

Text: Wolfgang Unger
Fotos: Moduletto

auf einen blick
Erhältlich sind die Notizbücher
(komplett ab 14 Euro, einzelne Einlagen ab 4 Euro)
auf www.moduletto.com sowie im Fachhandel.