Moderne Klangwolke über Wien

100 Veranstaltungen an 24 Orten in 12 Bezirken – so imposant wird das Festival Wien Modern über die Bühnen gehen.

Wien ist zu Recht stolz auf seine traditionelle Musik. Doch auch nach Mozart und Lehár werden Opern und Symphonien geschrieben. Um dieser neuen Musik ein Forum zu bieten, rief 1988 der damalige Musikdirektor der Wiener Staatsoper, Claudio Abbado, das Festival Wien Modern ins Leben, das heuer bereits in die 32. Runde geht. An teils ungewöhnlichen Spielorten wird vom 28. Oktober bis zum 30. November aktuelle Musik von Bernhard Lang bis zum Boulanger Trio geboten. Fünf besonders beeindruckende Veranstaltungen sollte man nicht verpassen:

Vulkanausbruch zur Eröffnung

Das Eröffnungskonzert am Donnerstag, 31. Oktober, im Wiener Konzerthaus ist nichts für schwache Nerven: Die Eruption des isländischen Vulkans Hekla in den Jahren 1947 und 1948 verarbeitete Jón Leifs zu einem der lautesten Orchesterstücke aller Zeiten. Gewaltig ist auch das weitere Programm des Abends, wie etwa Luciano Berios Sinfonia, die zeigt, zu welcher Dichte sich ein Orchesterwerk steigern lässt. Beginn ist um 19.30 Uhr, Karten kosten 28 Euro.

Orchester-Gleichberechtigung

Mit der Dirigentin Marin Alsop steht erstmals eine Frau an der Spitze des Radio-Symphonieorchesters. Von 1. bis 3. November hält Alsop an der Universität für Musik jeweils ab 9.30 Uhr Masterclasses ab. Im Anschluss gibt es eine Podiumsdiskussion über Gleichstellung in der Musik. Der Eintritt ist frei.

Klanginstallation in der Brücke

Auf geologische Veränderungen durch Menschen macht am Samstag, 2. November, eine Performance mit zehn Schlagwerkern im Inneren der Brigittenauer Brücke aufmerksam. Start ist um 11:45 Uhr beim Zugang Traisengasse, Karten kosten 19 Euro.

Abschied von „die reihe”

1958 gründeten die Komponisten Friedrich Cerha und Kurt Schwertsik das Ensemble „die reihe”. Am Sonntag, 3. November, verabschiedet sich das Ensemble um 16 Uhr im Konzerthaus mit einem Konzert mit Stücken von Kurt Weill und Anton Webern. Karten kosten 21 Euro.

Musikalisch um den Ring

Mit dem Klangabdruck einer Stadt beschäftigt sich das Circle Line Project. Wie Wien klingt, zeigen die Musiker rund um Theo Nabicht am Donnerstag, 14. November, bei freiem Eintritt in der Ringstraßenbahn. Abfahrten um 17, 18 und 19 Uhr am Karlsplatz.

Text: Maria-Theresia Klenner
Fotos: Nedim Nazerali, Adriene White, Circle Line Project

auf einen blick
Karten sind im Wiener Konzerthaus
unter 01/242 002 erhältlich. Infos und
Programm: www.wienmodern.at