Hier wird der Ton angegeben

Vom Alltag abschalten: Berit Ransmayr von Okkar Ceramics bietet im Herzen Neubaus Töpferkurse an.

Blickt man in die Kellerfenster bei der Schottenfeldgasse 26, sticht eines besonders ins Auge: bunte und noch naturbelassene Kunstwerke aus Ton in allen Formen. Von Aschenbechern, Tellern und Vasen bis hin zu Skulpturen. Denn hier befindet sich das Studio Okkar Ceramics von Berit Ransmayr. „Töpfern ist extrem meditativ und beruhigend, da man keine Chance hat, sich auf etwas anderes zu fokussieren“, erzählt die Tonkünstlerin. Ihre Leidenschaft wurde ihr sozusagen in die Wiege gelegt. „Meine Mutter ist sehr kreativ und hat mich immer wieder auf Töpferurlaube mitgenommen“, erinnert sie sich. Das erste Stück, das Ransmayr gestaltet hat, hängt im Garten der Mutter: „Eine groteske Maske”, wie die Töpferin es selbst beschreibt.

Kraft, Feingefühl und Geduld

Ästhetik hat in ihrem Leben schon immer eine Rolle gespielt. „Irgendwann habe ich die Keramik wieder aufgegriffen“, erklärt Ransmayr. Die Mutter von zwei Kindern legt ihr berufliches Augenmerk auf Kurse. Das „Studio Ok“ gibt es erst seit Mitte August dieses Jahres. Bis zu vier Personen können bei Ransmayr an einem Kurs teilnehmen. Dieser kostet 160 Euro und geht über drei Termine. „Hier kann jeder machen was er will. Ich gebe nur Einführungen in die Thematik und stehe für Fragen bereit“, erklärt Ransmayr. Dabei braucht man vor allem sehr viel Kraft, Feingefühl und Geduld.

Töpfern ohne Abfall

Getöpfert wird an der Scheibe mit Ton. Ist man mit seinem ersten Entwurf zufrieden, wird das Werk für zwei bis drei Tage halbgetrocknet. Sobald es stabil ist und noch etwas Restfeuchtigkeit aufweist, wird das Kunststück auf der Scheibe abgedreht und noch einmal bearbeitet. Ecken und Kanten werden dabei gerundet und der überschüssige Ton wird weggenommen. Weggeworfen wird dabei aber nichts. „Alles was abgeschnitten wird, wird gesammelt und wiederverwertet“, erklärt die Keramikkünstlerin. Dann muss das Kunstwerk weitere drei bis vier Tage trocknen. Im nächsten Schritt kommt es für fast 20 Stunden in den Ofen. Dann wird die Arbeit nur noch glasiert und erneut für 26 bis 27 Stunden in den Ofen gegeben. „Geduld habe ich bei diesem Hobby am allermeisten gelernt“, verrät Ransmayr. „Es ist ganz lustig, wenn die Kursteilnehmer mir im Anschluss sagen, dass es beruhigend war, aber auch sehr anstrengend“, lächelt sie.

Berit Ransmayr bietet auch Open Studio Days für all jene an, die bereits Erfahrung haben. Für fünf Stunden können die Teilnehmer nach Voranmeldung entweder montags oder donnerstags ins Studio kommen und für 45 Euro inklusive Werkzeug und Schürzen an ihren Werken arbeiten. „Mit dem Töpfern habe ich etwas gefunden, was ich jeden Tag machen will“, strahlt Ransmayr.

Text: Sophie Brandl
Fotos: Markus Spitzauer

auf einen blick
Falls Interesse an einem Kurs besteht,
kann man sich einfach per Mail anmelden:
studio.ok.vienna@gmail.com