Die vielen Rollen der Schneiderkunst

Vom Cocktail- bis zum Hochzeitskleid: Wahre Träume aus Stoffen bietet die Wienerin Magdalena Adriane Toth in ihrem Atelier.

Früh übt sich bekanntlich. So war es auch bei der Modedesignerin Magdalena Adriane Toth. „Ich war schon immer sehr an Mode und besonders an dem künstlerischen Handwerk dahinter interessiert“, erinnert sie sich. Im Fernsehen und in Zeitschriften bewunderte die Wienerin stets die großen Haute Couture Shows und träumte insgeheim davon, eines Tages selbst solche Kleider zu entwerfen.

Häufig bleibt es auch beim Träumen – nicht so bei Magdalena Adriane Toth. Sie hatte die Motivation, den Eifer und den Fleiß, sich ihren Kindheitswunsch zu erfüllen. Nach Abschluss einer Schneidermeister-Ausbildung in Wien zog Toth nach Florenz, um dort den Master Arte della Moda an der Accademia Italiana zu erwerben. Die in ihrem Lieblingsland  gewonnene Inspiration nahm sie 2009 in ihre Heimatstadt Wien mit und gründete hier ihr eigenes Label – damals noch in ihrer Wohnung.

Von Abendmode bis Uniformen

Es folgten Modeschauen und Ausstellungen in Wien, Berlin, Paris und New York. 2016 fand schließlich die große Eröffnung ihres Ateliers am Rudolfsplatz statt. „Dort fertige ich neben meinen Kollektionen auch individuell maßgeschneiderte Abendmode, Cocktail- und Hochzeitskleider sowie Herrenmode an“, so Toth. Jedes Kleidungsstück wird in Handarbeit von der Planung bis zum fertigen Stück in liebevoller Kleinarbeit gefertigt. „Neben meinen jährlich wechselnden Kollektionen habe ich mich auch auf Corporate Wear spezialisiert und biete schickes und dennoch funktionelles Uniformdesign sowie dessen Produktion an.“ Zu Toths Kunden gehört beispielsweise das Hilton International. Seit 2014 führt die Designerin außerdem noch ein textiles Großhandelsunternehmen, in dem sie ein reichhaltiges Stoffsortiment für Groß- und Einzelhandel anbietet. „Mode bedeutet für mich vor allem Spaß dabei zu haben, in verschiedene Rollen zu schlüpfen oder seine Persönlichkeit durch ein Kleidungsstück auszudrücken“, sagt sie überzeugt. „Mit meinen Kreationen möchte ich den individuellen Stil meiner Kundinnen unterstreichen.“ Wichtig ist für sie dabei ein zeitloser Look. „Edle Materialien verbunden mit traditioneller Schneiderkunst machen für mich die Arbeit als Modedesignerin so besonders.“

Eines ist für sie klar: Man muss bereit für Neues und offen für Veränderungen sein. „Die Modewelt ist vielfältig und verändert sich stetig.” Trends verfolgt Toth nicht gerne. Stattdessen kreiert Toth lieber zeitlose und trotzdem moderne Kleidungsstücke. „Mein Tipp ist, lieber mal etwas mehr in ein fair produziertes Stück zu investieren, bei dem man länger eine Freude daran hat.“

Text: Yvonne Brandstetter
Fotos: Philipp Jelenska

auf einen blick
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