Blätter als Inspiration

Das Fehlen von Normen und Regelmäßigkeit macht die Schmuckstücke von Letizia Plankensteiner einzigartig.

„Nur durch wahre Liebe können Dinge geschaffen werden, welche die Gezeiten überdauern.” Dieses Sprichwort lebt die Tiroler Goldschmiedin Letizia Plankensteiner mit jeder Faser ihres Körpers. Nicht nur weil sie durch die große Liebe vor 14 Jahren nach Wien gekommen ist, sondern weil ihre Augen zu strahlen beginnen, wenn sie zu ihrem Beruf als Goldschmiedin befragt wird.

Mut zur Veränderung

Dabei absolvierte sie, damals noch in ihrer Heimat in Tirol, die HTL für Holz- und Steinbildhauerei, was sie anschließend auch in Linz studierte. Sehr zur Freude ihrer heutigen Kunden erkannte sie jedoch bereits nach kurzer Zeit, dass diese Ausbildung ihr nicht die optimale Freiheit zur Entfaltung bot. So sattelte sie um und begann eine Goldschmied-Lehre.

„Etwas komisch war das Ganze schon, denn ich war natürlich viel älter als die meisten Schüler“, so Letizia Plankensteiner, die sich dennoch nicht von ihrem Vorhaben abbringen ließ. Ganz im Gegenteil, denn dank dieser Herausforderung schmiedete sie eifrig an ihren Zukunftsplänen. „Zunächst arbeitete ich bei einem Juwelier, doch ich merkte sehr bald, dass mich auch diese Anstellung nicht gänzlich erfüllte. Ich wollte selber etwas schaffen.“ Daher wagte sie den Schritt in die Selbständigkeit. Doch was nutzt es, extravaganten und einmaligen Schmuck herzustellen – in Handarbeit und als Unikat – wenn niemand davon weiß? So wählte sie eines der ältesten Werbemittel der Welt: die Selbstinszenierung. Bei einer Vernissage in der Galerie Slavik, beheimatet im 1. Bezirk, trug sie ihren Schmuck und wurde auch prompt von der Ausstellungsleiterin darauf angesprochen. Diese war so begeistert, dass sie Plankensteiner einen Präsentationsplatz für ihren Schmuck in den Räumlichkeiten der Galerie anbot. Diese Kooperation besteht bis heute.

Selbstverständlich entwickelte sich das Design von Letizia Plankensteiners Werken von Zeit zu Zeit weiter, doch ihre Grundwerte hat die Künstlerin nie verletzt. Ihre Schmuckstücke werden ausschließlich aus Gold, Platin oder Silber, die von der Österreichischen Gold- und Silber Scheideanstalt zu fairen Preisen erworben wurden, handgefertigt. Auffällig ist, dass ihre Werke nur in mattem Design ohne Norm gefertigt werden. Das bedeutet, es findet sich in ihren Fertigungen keinerlei Regelmäßigkeit. Sie schwört auf organische Formen und liebt natürliche Motive – etwa das Blatt. „Dies spiegelt auch einen Teil meiner Persönlichkeit wider. Ich bin ein sehr naturverbundener Mensch. Ich liebe es, mit meiner Familie, meinem Mann und meinen zwei Kindern, wandern zu gehen oder die Welt auf dem Rad zu erkunden. In der Natur existieren auch keine exakten Maße“, erklärt die Schmuckdesignerin.

Persönlicher Kontakt mit Kunden und die richtige Typ-Beratung sind ihr sehr wichtig – so öffnet sie ihr Atelier, das gleichzeitig ihre Werkstatt ist, nur nach Terminvereinbarung.

Text: Larissa Reisenbauer
Fotos: Erie Ehrenberg

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