Perfektionismus war gestern

Für Gentlemen mit Ecken und Kanten: Designerin Katie Gruber weiß, worauf es bei Schmuck für Männer ankommt.

Es muss nicht alles perfekt sein, um schön zu sein: Bewusst zelebriert Katie Gruber von „Katie g. Jewellery” in ihren Männer-Kollektionen Ecken und Kanten in allen Aspekten des Designs und lehnt sich so gegen das klassische Schmuckkonzept auf. Unregelmäßigkeiten im Material zu kaschieren, kommt für die gebürtige Engländerin, die ihre Kindheit liebend gerne an den rauen Stränden Cornwalls verbracht hat, nicht infrage.

Gruber geht dabei sogar noch einen Schritt weiter: „Geht ruhig mit eurem Schmuck rau um! Spuren, die das Leben aufweisen, sollen sich auch in den Schmuckstücken bemerkbar machen. Sie lassen sie sogar interessanter, noch persönlicher wirken.”

Den Ring an die Kette legen

Männer greifen in der Regel gerne zu dunkleren Farben, auch bei Schmuck. Hier bietet sich vor allem oxidiertes Silber an, das sich mit der Zeit verändert und eine unregelmäßige Patina erhält. „Mein persönlicher Tipp, wenn es dunkel, aber nicht ganz schwarz sein soll: Palladium-Weißgold”, so Gruber. Dabei handelt es sich um eine besonders edle Weißgold-Variante, die aufgrund ihrer An-thrazit-Farbe bei Männern sehr beliebt ist.

Bei der Größe des Schmuckstücks denken viele Männer etwas praktischer als Frauen: „Tragekomfort ist vielen besonders wichtig. Allgemein wirken breitere Ringe zwar maskuliner, aber auch filigranere Stücke darf und soll der Mann besitzen”, so Gruber. Von eckigen, facettierten Cutting-Edge-Ringen bis zu gehämmerten Kreationen in unterschiedlichen Formen reicht die Palette. Und wer seinen Liebsten mit einem Ring beschenken möchte, dieser aber nicht der klassische Ringträger ist: „Ringe können im Handumdrehen auch an einer Halskette angebracht werden, vor allem wenn man die Hände mal schnell frei haben muss.”

Oder frau greift zu einer Armspange: Diese wird im Atelier individuell an das Handgelenk angepasst, sodass sie perfekt sitzt und nicht verrutscht. Der individuelle Hammerschlag kann dabei selbst gewählt werden. Mit jedem gesetzten Schlag auf das Schmuckstück grenzt es sich noch stärker von den anderen ab. „Die Hämmerung unterstreicht die Philosophie der Schönheit in der Unregelmäßigkeit. Perfektion ist kurzlebig”, so Gruber.

Text: Andrea Hörtenhuber
Fotos: Katie g. Jewellery, Grillmair

auf einen Blick
Katie g. Jewellery
Lindengasse 5, 1070 Wien
www.katiegruber.com