Hommage an Wiens Mode-Salons

Nur im ersten Moment einfach erscheint die Mode von „Femme Maison”. Ein zweiter Blick lohnt sich.

Die Modelle von „Femme Maison” sind nicht nur aus traumhaften Materialien wie Baumwolle, Seide oder Leinen, die sich gekonnt an den Körper schmiegen. Sie sind auch klassische Schneiderkunst im besten Sinne: mit raffinierten Schnitten, die nur auf den ersten Blick einfach erscheinen und perfekt verarbeitet sind, sowie dem Anspruch, viele Jahre tragbar zu sein. „Ich weiß schon, dass sich nicht jede Frau von Kopf bis Fuß in meiner Mode einkleiden kann. Die Stücke haben ja doch ihren Preis. Außerdem wäre das nicht sehr kreativ”, erklärt Franziska Fürpass. „Aber das Spannende an Mode ist ja, gekonnt Stile miteinander zu kombinieren, Altes mit Neuem, ganz individuell.”

Dass sie die Mode eines Yves Saint Laurent und überhaupt jene der 1970er-Jahre schon immer inspiriert haben, gibt sie gerne zu. „Weniger wegen der schönen Schnitte und Farben, sondern weil das der Ursprung von selbstbewusster, unkomplizierter Mode war.”  Von Eleganz, die nicht aufdringlich daherkommt, sondern tragbar ist und jeder Frau schmeichelt. Fürpass will sich keinem Dresscode unterwerfen, definiert Business-Outfits genauso neu, feminin und perfekt in Shape wie ihre Abendkleider. Ihre Kollektionen – „die Zeitrechnung für ‚Femme Maison’ beginnt mit 2014″ – haben übrigens keine Namen, wie sonst in der Modewelt üblich. „Das ist das wirklich Spannende, nicht das Hetzen von einem gerade angesagten Look zum nächsten”, sagt die Designerin.

Selbstbewusst und unkompliziert

Obwohl sich „Femme Maison” längst von L.A. bis Tokio gut verkauft und sich das Label auch in der Modemetropole Paris einen Namen gemacht hat, ist doch Wien ihr Lebens- und Schaffensmittelpunkt. „Ich sehe uns als eine moderne Fortführung der früheren Wiener Mode-Salons. Kundennähe ist wichtig”, so Fürpass, die seit Juli 2018 ihr Atelier am Alsergrund jeweils von 15 bis 20 Uhr für Kundinnen geöffnet hat. „Da gibt es keine Schwellenangst. Man kann bequem gustieren und probieren.” Der Kontakt mit den Kundinnen sei für sie sehr inspirierend.

„Ich möchte ja Mode machen, die ausdrückt, wie wir Frauen uns sehen wollen. Im Job, aber auch am Abend. Selbstbewusst, unkompliziert und chic, ohne sich zu verkleiden.” So designt sie Abendroben, die nicht nur auf einem Ball gute Figur machen, ohne überladen zu sein, sondern die auch daheim bei einem schönen Abendessen mit Freunden, ganz nonchalant, tragbar sind.

Text: Ulrike Kozeschnik-Schlick
Fotos: Femme Maison

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Femme Maison
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1090 Wien
www.femme-maison.com