Per Mausklick zur eigenen Obstplantage

310 Orangenbauern gibt es in Wien – die „CrowdFarmers”. Das Prinzip: einen Baum in Valencia adoptieren und die süße Ernte zugeschickt bekommen.

Ein wenig erinnert „CrowdFarming” an die Genossenschaften, die schon Mitte des 19. Jahrhunderts ein Modell der Landwirtschaft ins Leben riefen, das bis in die heutige Zeit seine Fortsetzung findet und rasch erklärt ist: Dutzende Landwirte aus ganz Europa bieten die Möglichkeit, sich an ihrer Ernte zu beteiligen. Das funktioniert im Fall der spanischen Orangenbauern heutzutage online.

Über die Website www.crowdfarming.com adoptiert man zunächst ein Bäumchen, das auf einer der beiden von „CrowdFarming” angebotenen spanischen Orangenfarmen gepflanzt ist. Dieses bekommt dann einen eigenen Namen und stellt seine Ernteergebnisse seinem Paten anteilig zur Verfügung.

Gegen eine einmalige Adoptionsgebühr von 35 Euro erhält man so die Möglichkeit, sich bis zu 80 Kilogramm biologisch angebauter Zitrusfrüchte pro Jahr aus der Ernte zu reservieren und über die Monate verteilt – je nach Bedarf – nach Österreich liefern zu lassen. Den Liefertermin bestimmt man selbst. Direkt vom Baum gepflückt, werden die Orangen fein säuberlich in Kisten zu je zehn Kilogramm verpackt und dem Paten gegen 20 Euro Versandgebühr pro Liefereinheit zugestellt.

Jährlich flattert ein Foto ins Haus, auf dem man sein Bäumchen und dessen Entwicklungsschritte verfolgen kann. Eine süße, aber auch sehr effiziente Idee: Man bestellt gerade einmal so viel Ware, wie man benötigt, beugt so der Lebensmittelverschwendung vor und kann sich sicher sein, die Produktions- und Lieferwege im Auge zu behalten. Der Zwischenhandel wird ausgeschaltet und der persönliche ökologische Fußabdruck minimiert sich dadurch beträchtlich. Mehr als 1.300 Adoptionen aus  Österreich wurden bisher mit den Orangenplantagen vereinbart und abgeschlossen, 310 davon aus Wien. 29.000 Kilogramm Zitrusfrüchte haben so ihren Weg in die Haushalte gefunden.

Faire Zitronen

Das Konzept, den Konsumenten mit dem Landwirt zu verbinden, ist voll aufgegangen: Der Farmer kann seine Ernte besser planen, erhält einen fairen Preis und der Endverbraucher weiß, woher seine Ware kommt und wie sie angebaut wird. Aufgrund der breit gefächerten Anzahl an Agrarbetrieben, die bei „CrowdFarming” zur Auswahl stehen, hat man schon jetzt die Möglichkeit, aus einer großen Palette an landwirtschaftlichen Produkten zu wählen: von Zitronen über Marillen und Aloe-vera-Blättern bis hin zu Mandeln und Ziegenkäse. Die spanischen Orangenbauern sind also nur ein Beispiel dafür, wie man das Nahrungsangebot so nachhaltig wie möglich an den Endverbraucher weitergeben kann.

Text: Wolfgang Unger
Fotos: sripfoto/Shutterstock.com, Designed by Freepik, CrowdFarming

auf einen blick
Anmeldegebühr: 35 Euro
www.crowdfarming.com
hallo@crowdfarming.com