Wien wird zur Hochburg des Jazz

18 Tage lang Musikhochgenuss an vier Locations: Das Jazz Fest Wien bietet in seiner 29. Auflage wieder geballtes Programm. Welche Acts Sie heuer auf keinen Fall verpassen dürfen? Wir haben vier heiße Tipps parat.

  • auf einen blick

    Konzerttermine:

    Snarky Puppy 
    24. Juni 2019, Globe Wien

    Alex Deutsch
    25. Juni 2019, BA Salon Altes Rathaus

    Jamison Ross
    2. Juli 2019, Porgy & Bess

    Gräwe/Koglmann Quintett
    3. Juli 2019, Porgy & Bess

    Chilly Gonzales
    6. Juli 2019, Staatsoper

    Omara Portuondo
    7. Juli 2019, Staatsoper

    Bobby McFerrin
    8. Juli 2019, Staatsoper

    José James
    8. Juli 2019, Porgy & Bess

    Jamie Cullum
    9. Juli 2019, Staatsoper

    Infos und Tickets: www.jazzfest.wien

Der Multimedia-Fan
Am 6. Juli spielt Ausnahmetalent Chilly Gonzales in der Staatsoper auf. Seit seinem letzten Auftritt beim Jazz Fest 2015 hat sich im Leben des kanadischen Pianisten, Komponisten, Sängers und Rappers einiges getan: Gemeinsam mit Jarvis Cocker hat er ein Album über die Hollywood-Nobelherberge Chateau Marmont herausgebracht, Regisseur Philipp Jedicke hat ihn in dem Film „Shut Up And Play The Piano” porträtiert und vergangenes Jahr wurde dann der dritte Teil seiner „Solo Piano”-Reihe veröffentlicht. Auf der Bühne der Staatsoper wird Gonzales sowohl „Solo Piano”-Stücke, multimedial mit Leinwand-Screenings unterstützt, als auch frühere Werke mit Band präsentieren – sein Spezialprogramm für ausgewählte Sommerfestivals.

Der Nachwuchsstar
Im Porgy & Bess tritt am 2. Juli der US-amerikanische Jazzmusiker Jamison Ross auf. Musik-Fans ist der  31-Jährige wohl als Drummer von Snarky Puppy, demdreifach Grammy-gekrönten US-amerikanischen Fusion-Kollektiv, ein Begriff. Nach den ersten musikalischen Gehversuchen in der Kirche seines Großvaters machte Ross seinen Master-Abschluss in Musik und gewann 2012 den Thelonious-Monk-Wettbewerb, einen der angesehensten Jazz-Nachwuchspreise. 2015 erschien sein Debütalbum „Jamison”, auf dem er auch singt und für das er sogar für den Grammy nominiert wurde. 2018 war er im Bereich Jazzgesang der „Rising Star” in der Kritikerwertung des „Down Beat”, des US-amerikanischen Jazz-Magazins mit der weltweit größten Auflage.

Das Geburtstagskind
Am 25. Juni gastiert Alex Deutsch im Bank Austria Salon im Alten Rathaus. Auf ein Genre wollte sich der Schlagzeuger nie beschränken. Die Liebe zum Jazz kam in Etappen, wurde aber letztlich zum Zentrum seiner Musikleidenschaft. Im Laufe seiner Karriere hat sich Deutsch so auch einen Namen als Produzent feinster Dancefloor-Elektronik gemacht. Die Liste seiner Kollaborationen und Projekte ist lang: die Wiener Dancefloor-Jazz-Formation Café Drechsler, die US-Trompeter Woody Shaw und Freddie Hubbard oder als Mentor der Singer-Songwriterin Anna F. Beim Jazz Fest wird er anlässlich seines bevorstehenden 60. Geburtstags solo performen.

Der Musikmagier
Am 8. Juli kommt mit José James einer der vielseitigsten Jazzsänger der Gegenwart ins Porgy & Bess. Zwischen seinen Alben mit eigenen Kompositionen erweist James regelmäßig seinen Idolen klingende Reverenz, etwa John Coltrane, Billie Holiday oder in seinem aktuellen Programm Soul-Legende Bill Withers. James versteht es, sich in den richtigen Momenten zurückzunehmen – dann entsteht tatsächlich so etwas wie Magie. Dieser Zauber verleiht auch Klassikern wie Withers „Aint No Sunshine” oder „Lean on Me” neuen Glanz.

Text: Andrea Hörtenhuber
Fotos: M. Geyer, A. Isard, E. Anderson, J. James/MGMT