Sporteln mit dem Arielle-Feeling

Leggings und Radlerhose direkt aus dem Meer: Das Label „Margaret and Hermione” setzt auf ausrangierte Fischernetze als Material.

Sportlich, stark und nachhaltig geht das Wiener Label „Margaret and Hermione” an den Start. Seit 2015 führt Barbara Gölles das Label als One-Woman-Show. Nach dem Abschluss ihres Mode-Studiums an der Universität für angewandte Kunst arbeitete Gölles in London bei Alexander McQueen, bevor sie in der Hutmanufaktur Mühlbauer in Wien für das Design der Kollektionen zuständig war. Schnell hat sich die gebürtige Steirerin auch mit ihrem Bademoden-Label einen Namen gemacht. „Ich hatte genug von der im Handel erhältlichen Swimwear mit Bändchen und Rüschen. Mir schwebten klare Linien, die beste Passform, auch wenn man einmal einen Kopfsprung macht, und natürlich ein nachhaltiges und dennoch elastisches Material vor”, erklärt Gölles. Schon ihre ersten Modelle fanden sofort Fans. „Eine eigene Sportswear-Kollektion zu designen, war nur der nächste logische Schritt”, sagt sie. Klar, dass diese nicht nur chic ist und allen sportlichen Ambitionen gerecht wird, sondern auch den Gölles-Wohlfühlfaktor hat. „Ich selbst ziehe meine Sportleggings kaum noch aus. Material und Passform haben echten Suchtcharakter”, lacht sie.

Sport trifft Fashion 

Wie sind nun die Leichtigkeit und die perfekte Passform ihrer Sportkollektion mit dem hohen Anspruch an Nachhaltigkeit vereinbar? „Die Verarbeitungsstoffe kommen direkt aus dem Meer. Das Ausgangsmaterial sind nicht mehr verwendete Fischernetze, die im Meer herumtreiben und verheerende Umweltauswirkungen haben. Sie werden abgefischt und in Italien zu Garn und schließlich zu Bademodestoffen verarbeitet”, erklärt Gölles. Darüber hinaus ist in ihrem Label von der Verpackung bis hin zu den Etiketten alles aus recycelten und Eco-zertifizierten-Materialien.

Die neue Sportkollektion soll vor allem zum Wohlfühlen beitragen. „Macht das, was euch Spaß macht! Und wenn ihr einmal nichts machen wollt: auch gut”, so die Designerin, die zugibt, selbst nur „phasenweise Sport zu betreiben”. Die vielseitige Verwendbarkeit der Modelle stehe für sie im Mittelpunkt. „Die Leggings mit ihrem hohen, breiten Bund machen sowohl beim Joggen und Yoga als auch im Alltag, zu Hause und beim Reisen eine gute Figur. Die Radlerhose ist in diesem Frühjahr das absolute Must–have. Und das Sport-Top kann auch als BH getragen werden. Es hält fest, was es muss, ohne zu drücken oder zu beengen”, sagt sie.

Der Name des Labels ist übrigens Programm: „Meine Großmutter hieß Margaret und steht für all die Frauen, die mich gelehrt haben, an mich zu glauben, meiner Leidenschaft zu folgen, nach Niederlagen wieder aufzustehen und die Höhen des Lebens zu feiern.” Und „Hermione” heißt auf Althochdeutsch „Kämpferin”. Kurz: ein durch und durch starkes Label.

 

Text: Ulrike Kozeschnik-Schlick
Fotos: Irina Gavrich