Schmäh im Postkarten-Format

Was hat eine „gmahde Wiesn” mit Wiener Souvenirs zu tun? Für die Illustratorin und Künstlerin Laura Wolfsteiner sehr viel.

Als Laura Wolfsteiner sich dazu entschlossen hat, Souvenirs zu gestalten, hatte sie einen Gedanken, der sie noch lange begleiten sollte: Es sollte „nicht so etwas Blödes, das herumsteht” werden. Wie ist sie auf diese Idee gekommen? „Wenn man auf Urlaub fährt, lernt man immer ein paar Wörter in einer fremden Sprache”, erzählt sie. Die Künstlerin wollte sich mit Sprache auseinandersetzen. Das war der Beginn der „Wiener Wörter”.

Entstanden ist das Projekt an der Universität für angewandte Kunst. Wolfsteiner hat es sich zum Thema gemacht, Souvenirs der etwas anderen Art zu gestalten. Witzig fand sie die Idee von Anfang an, weil sie damit wienerische Begriffe einem breiten Publikum aus den Bundesländern und dem Ausland verständlich macht. „Die Idee, sich mit Sprache zu beschäftigen”, machte für die gebürtige Oberösterreicherin den Reiz aus.

„Ich bin unbeabsichtigt Illustratorin geworden”, erzählt sie. Denn studiert hat sie Transmediale Kunst, „weil es so frei und offen geklungen hat”. Nach dem Abschluss ihres Studiums ist es mit den Postkarten „richtig losgegangen”, sagt Wolfsteiner. Am beliebtesten ist ihre Illustration für „Auf der Nudelsuppen dahergeschwommen”. Wolfsteiners persönlicher Liebling ist aber nach wie vor „Es rennt wie am Schnirl”. Weitere Begriffe geben auch einen Einblick in die Wiener Seele: die „gmahde Wiesn” wird einem ebenso nähergebracht wie „Ned mei Kaffee!” und „Picken bleiben”.

Das dritte und aktuelle Buch mit zehn Postkarten von Wolfsteiner ist online um 12 Euro auf www.wienerwoerter.at erhältlich.

Text: Fanny Holter
Foto: Wiener Wörter