Alles Gold, was glänzt

Zu Kaiserszeiten brauchte jedes Bild einen goldenen Rahmen. Maschinell ging damals nichts. Dafür war die Familie Bühlmayer zuständig.

Alte Zunften sterben langsam aus. Tischler oder Uhrmacher werden durch Maschinen ersetzt oder geraten durch die Wegwerfgesellschaft immer mehr unter Druck. Die Familie Bühlmayer hält sich aber wacker und bedient eine Nische, die in dieser Form nur schwer zu ersetzen ist. „k. u. k. Hofvergolder” ziert das Schild am Geschäftseingang – ein Zeichen besonders renommierter Betriebe, deren Dienste seinerzeit der Kaiser in Anspruch nahm.

Betritt man das Geschäft am Michaelerplatz, wird man von Gold in allen Formen begrüßt: Rahmen, Ornamente oder Spiegel – alles in Gold. Wer denkt, dass das doch altmodisch sei, der irrt. „Wir haben viele Kunden, die sich auch heute noch goldene Rahmen für ihre Bilder wünschen”, erklärt Elisabeth Haider, die den Familienbetrieb seit dem Tod ihres Mannes führt. Und auch hier geht man mit der Zeit. Längst sind es nicht mehr nur große Gemälde, für die goldene Rahmen hergestellt werden, auch für Fotos hat das Geschäft Rahmen parat. „Moderne Rahmen sind eher flach – im Gegensatz zu antiken, die aufwendiger gestaltet sind”, so Haider.

Handarbeit wie früher

In einer kleinen Werkstatt in der benachbarten Peterskirche werden Rahmen in Handarbeit hergestellt und vergoldet. „Wir haben natürlich vieles, das man gleich mitnehmen kann. Wir können aber auch problemlos auf Kundenwünsche eingehen”, sagt die Chefin. Mit dabei sind auch ihre Kinder, die den Betrieb eines Tages übernehmen wollen. „Sie haben uns immer schon im Betrieb geholfen und meine Tochter ist auch gelernte Vergolderin”, sagt Haider stolz. Bis ein Rahmen fertig vergoldet ist, vergehen im Durchschnitt drei Wochen. „Wir sind ja sehr flott”, lacht Haider. Dazu kommen noch Luster, Schnitzereien oder Appliken, die ebenfalls in der Werkstatt hergestellt werden.

Was einen per Hand vergoldeten Rahmen auszeichnet? „Ein Rahmen, der per Hand vergoldet wurde, hat immer einen roten Schimmer”, erklärt Haider. Das liegt an den Vorarbeiten am Holz. Schicht für Schicht wird der Rahmen lackiert, bis dann das Gold dazukommt. „Bei maschinell verarbeiteten Rahmen sieht man eine gleichmäßige Schicht aus Gold, die meist matt ist”, sagt Haider.

Schon Klimt gerahmt

Bei Rahmen kommt es darauf an, dass sie zum Bild passen. „Wir besprechen immer mit den Kunden, was sie sich wünschen, und dann schauen wir nach, ob wir Muster haben, die eventuell dazu passen”, so Haider. Dabei komme es auf den Stil an, denn „ein Klimt braucht natürlich einen passenden Rahmen”. Einmal habe sie schon einen Klimt vergoldet, die Regel sei das aber nicht. „Wir haben auch schon für Museen gerahmt. Aber das ist nicht unser Hauptgeschäft”, sagt Haider.

Rahmen kann man so gut wie alles. Ein paar Grenzen muss die Chefin aber schon setzen: „Tote Tiere würde ich nicht rahmen. Schon die Schmetterlinge waren eine Herausforderung.” Das komme aber auch nicht so oft vor. „Unser Hauptgeschäft sind vor allem Spiegel”, sagt Haider. Die sind bei fast jedem beliebt. Vom Adel bis zum Goldenthusiasten ist alles dabei. „Viele freuen sich, wenn sie über uns stolpern und sehen, dass es noch ein Geschäft mit Tradition gibt”, sagt sie mit einem Lächeln. Auch im Ausland ist das Geschäft bekannt. „Das geht eigentlich um die ganze Welt, egal ob die USA, Australien oder Japan”, so Haider stolz.

Text & Fotos:
Maximilian Spitzauer

 

auf einen blick
C. Bühlmayer Hofvergolder
Michaelerplatz 6
1010 Wien
Infos: 01/533 10 49