Slowfashion aus der Blaupause

Traditionelle Materialien werden zu minimalistischen Schnitten: Designerin Klara Neuber rückt den Blaudruck ins Zentrum.

Klara Neuber zählt sicher nicht zu den stillen Genies, braucht Menschen, das Gespräch. Grund genug, um sich im Gemeinschaftsatelier „Schnittbogen“ in Margareten niederzulassen, Meinungen auszutauschen – quasi „brainstorming” auf modischer Ebene mit den kreativen Köpfen in ihrem Wirkungsfeld.

Modejournalismus und Medienkommunikation hat die 30-Jährige studiert, um schließlich in der Kunst- und Modeschule Herbststraße ein Kolleg zu besuchen, welches sie in der Meisterklasse abschloss. „Schon damals spürte ich den Drang, ein unabhängiges Label zu gründen, unter dem ich meine Kollektionen Kunden anbieten kann, die Qualität schätzen und auch die Geduld aufbringen, auf die Fertigstellung ihres Einzelstücks ein wenig zu warten“, so Neuber mit einem Schmunzeln. Kurzum „Slowfashion“, wie sie ihre Kreationen treffend formuliert.

Viele Besuche bei Webereien in ganz Österreich waren notwendig, um genau die Stoffe zu finden, die sie für ihre Kreationen benötigt. So stieß sie auch auf die traditionelle Variante des Blaudrucks. „Bevor das Material in Indigofarbe getaucht wird, definiert zuerst ein in Wachs getauchter Holzstempel die ausgesparten Stellen der Muster, ähnlich der Batik.“

Inspiriert haben sie Dries van Noten und Delpozo, beides Designer mit extravaganter Schnittführung und dem Hang zu Außergewöhnlichem. „Mode bedeutet für mich, meine Empfindungen auszudrücken, diese durch Kleider darzustellen und dadurch ihren Charakter zu unterstreichen“, bringt Neuber auf den Punkt. Info: www.klaraneuber.at


Text:
Wolfgang Unger
Fotos: Wolfgang Unger