Als Kleidung sich in Kunst verliebte

Knallige Overalls, wild bedruckte Kleider: „Ferrari Zöchling” ist die Schnittstelle zwischen Mode und Gemälden.

Dass sich hinter „Ferrari Zöchling” kein exklusives Autohaus in Döbling, sondern ein hippes Modelabel aus Neubau verbirgt, dürfte mittlerweile auch wenig modebewandten Wienern bekannt sein. Obwohl erst 2013 gegründet, gehört Romana Zöchling zu den erfolgreichsten Jungdesignern der Stadt. „Mit Monica Ferrari-Krieger habe ich im 5. Bezirk ein offenes Atelier mit Nähworkshops angeboten. Gemeinsam haben wir Ferrari Zöchling gegründet, das eigentlich als Nebensache gedacht war”, erinnert sich Zöchling. „Das Label ist aber so gut angekommen, dass ich meinen Fokus darauf gerichtet habe. Monica ist 2014 ausgestiegen, den Namen habe ich aber beibehalten.”

Das Talent wurde Zöchling dank einer begabten Mutter, die ihre Tochter in Selbstgenähtes kleidete, in die berühmte Wiege gelegt. „Mit neun habe ich aus alten Vorhängen Kleider genäht. Man muss aber ehrlich sagen, die Kleider haben auch dementsprechend ausgesehen.” Perfektioniert wurde die Leidenschaft mit einem Modedesignstudium der Kunstuni Linz sowie einer Zusammenarbeit mit einem College in Tokio.

Auch Zöchlings Mode aus fließenden, bunten Stoffen erinnert an Kimonos. „Mir ist ein guter Griff wichtig. Ich arbeite viel mit Viskose, Modal und Seide, die den Körper umspielen”, so Zöchling. Aus diesen Stoffen entstehen zwei Kollektionen pro Jahr mit zehn bis zwölf Looks, welche ausschließlich in Österreich hergestellt werden. „Als roter Faden ziehen sich die Print-Kollaborationen durch. 2013 habe ich mit Fotografien von Severin Koller begonnen und seitdem arbeite ich jede Saison mit einem neuen Künstler zusammen.” Auf Stoffballen gedruckte Bilder von Künstlerinnen wie Marianne Vlaschits und Katharina Höglinger werden von Zöchling in Kleider und Blusen verwandelt. „Ich stöbere im Archiv des Künstlers, dann wird der Stoff geordert und ich beginne mit den Schnitten.”

An anderen Designern orientiert sich die gebürtige Niederösterreicherin nicht. „Ich liebe Trends, kreiere aber lieber Neues. Auch privat trage ich gerne Ferrari Zöchling, habe aber auch Phasen mit Jeans und T-Shirt.” Und wie sehen die Damen aus, die bei Ferrari Zöchling einkaufen? „Meine Kundinnen sind von Mitte 20 bis 60 plus. Gerade unter den Älteren befinden sich richtig coole stilsichere Frauen, die einen interessanten und modernen Kleiderschrank haben.”

auf einen blick
Ferrari Zöchling
Kirchengasse 27
1070 Wien
www.ferrarizoechling.com


Text:
Maria-Theresia Klenner
Fotos: Severin Koller