Zwischen Merch und Mode

Ausgefallen, bunt, übertrieben: Das Ottakringer Label Hood bietet alles von Kleidung bis zu Hochglanz-Fotostrecken.

Den Zeitgeist einfangen und Trends setzen – was kompliziert klingt, gelingt Laura „Loori” Haberkorn und Manuel Platzer scheinbar mit Leichtigkeit. Seit neun Jahren privat ein Paar, sind sie seit der Gründung ihres Creative Studios Hood vor zwei Jahren auch beruflich ein Team. „Wir leben Hood nicht nur acht Stunden am Tag, sondern jede einzelne Minute”, so Haberkorn. Mit acht Arbeitsstunden würden die beiden Unternehmer vermutlich auch nicht auskommen; immerhin bieten Hood Kreativkonzepte, Fotografie und Mode an. „Manuel kommt aus der Creative Direction, hat Kommunikationsdesign und Fotografie studiert und ich habe Mode und Design studiert. Alle drei Bereiche waren also immer allgegenwärtig. Wir arbeiteten schon länger gemeinsam an Kreativkonzepten, es lag also nahe, dies mit Fotografie und Kleidung zu mischen”, so Haberkorn. Eine Arbeitstrennung gibt es nicht. „Wir sind beide für alles zuständig – Trend Research, Creative Direction, Styling, Photography und Videography – und genau das macht uns so besonders. Wir trennen unsere Bereiche nicht, sondern bündeln sie”, so Haberkorn.

Von Dr. Martens bis Schönbrunn

Vor der Kamera werden urbane Kreativkonzepte umgesetzt sowie die eigene Mode präsentiert. Wobei das Wort Mode laut den Jungdesignern nicht korrekt ist. Sie betrachten ihre Kleidung als eine Form von Merchandise, auf Deutsch: Fanartikel. „Hood bietet keine Mode, sondern Kleidung an. Mode ist uns zu eindimensional und für einen zu bestimmten Zeitraum zugeordnet”, stellt Platzer klar. Neben eigenen Produkten entwickeln Platzer und Haberkorn Unikate für Kunden oder Projekte. Diese Einzelstücke können im Onlineshop erworben werden, Fashion von Hood ist nicht in Geschäften zu finden. „Wir haben uns bewusst gegen Händler entschieden, um flexibler auf Veränderungen reagieren zu können”, so Platzer.

Auch die Produktion der Kleidungsstücke gibt das Duo nicht aus der Hand. „Wir arbeiten beide an unseren Kleidungsstücken und produzieren diese in unserem Studio in der Baumeistergasse im 16. Bezirk”, verrät Platzer. Den Kundenstock, den sich Hood innerhalb eines Jahres aufgebaut hat, ist beachtlich und reicht von internationalen Top-Marken wie Doc Martens und Vans über Institutionen wie die Albertina oder das Schloss Schönbrunn. Und woher nehmen die beiden Künstler eigentlich ihre Ideen? „Wir lassen uns wahnsinnig gern von japanischer und australischer Kultur inspirieren”, verrät Platzer. „Es wird auf jeden Fall bunt, ausgefallen und übertrieben – vermischt mit einer hohen Qualität.”

Text: Maria-Theresia Klenner
Fotos: Hood

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Hood
Laura Haberkorn und Manuel Platzer
www.hood.style

 

2018-08-06T16:50:18+00:00