Ein Bauernmarkt im World Wide Web

Woher kommt eigentlich unser Essen? Die Antwort darauf will die Online-Plattform markta.at geben.

Sich bewusst und nachhaltig zu ernähren, kann ganz schön schwierig sein. Der Gang zum Supermarkt ist schnell erledigt, das Einkaufswagerl oft schon nach wenigen Minuten rappelvoll. Nicht immer wissen wir aber, woher unsere Lebensmittel stammen. Heimische Kleinbetriebe können oft nicht mit dem riesigen Angebot und niedrigen Preis der Großkonzerne mithalten und müssen immer häufiger schließen. Hier bietet markta.at eine Alternative an: Auf dem digitalen Bauernmarkt werden den Kunden ausschließlich regionale Produkte von regionalen Produzenten geboten.

Gegründet wurde „markta” von Theresa Imre. Gemeinsam mit ihrer Freundin Anna Zora hat sie bereits 2015 den Food-Blog „Eingebrockt & Ausgelöffelt” gegründet. Aufgrund der hohen Nachfrage von verschiedenen Produzenten, die auf der Suche nach Vermarktungs- und Vertriebsmöglichkeiten im Internet waren, erkannte Imre den hohen Bedarf an einer Plattform wie „markta”. „Globale Handelsstrukturen und internationale Konzerne geben vor, wie Lebensmittel produziert werden und was auf unseren Tellern landet”, sagt sie. „Landwirtschaftliche Kleinproduzenten haben es immer schwerer, begrenzte Stückzahlen auf den von Handelsketten dominierten Markt zu bringen. Hier setzt markta an.”

Wodka trifft Erdäpfel

„markta” folgt dem Beispiel eines Bauernmarktes: „Dort treffen Konsumenten und Produzenten direkt aufeinander und dort kann man nicht nur Lebensmittel kaufen, sondern sich auch darüber austauschen”, erzählt Imre. Deswegen gibt es seit Kurzem „markta vor Ort”: Regionale Kleinproduzenten stellen dabei jeden ersten und dritten Freitag im Monat sich selbst und ihre Produkte im Brauwerk der Ottakringer Brauerei im 16. Bezirk vor.

Bei den „markta Hofgesprächen” können sich Interessierte außerdem anhand von Videoporträts, Reportagen und Fotos über die Produzenten und die Herstellung der Produkte informieren. Wie auf einem „echten” Bauernmarkt, ist auch das Angebot auf markta.at vielfältig und groß: Von Salat über Gebäck bis hin zu Wodka aus österreichischen Erdäpfeln ist hier für jeden Geschmack etwas dabei.

„markta” ist mittlerweile also keine reine digitale Plattform mehr. Und in Zukunft soll sich auch weiterhin einiges tun. In den nächsten Monaten wird „markta vor Ort” an verschiedenen Wiener Schauplätzen und möglicherweise auch in anderen österreichischen Städten veranstaltet werden. Das „markta”-Team, das etwa 15 Mitglieder umfasst, aber auch aus freiwilligen Helfern aus dem Bekannten- und Freundeskreis besteht, wird also auch künftig alle Hände voll zu tun haben.

Text: Teresa Freudenthaler
Fotos: Anna Zora, Klaus Prokop