Vom Underdog zum Superstar

Der teuerste Wein Österreichs kommt aus Mauer. Produziert wird er vom Familienweingut Zahel.

Hätte man einem Maurer Heurigenwirt vor 30 Jahren erzählt, dass der teuerste Wein Österreichs einst ein Gemischter Satz sein wird, er hätte wohl herzlich gelacht und dann jenem, der die Prognose ausgesprochen hat, mit den Worten „Genug für heute“ das Weinglas weggenommen. Es ist wirklich eine unwahrscheinliche Karriere, die der Schank- und Hauswein der Heurigen hingelegt hat.

Aus der Not – dem Anpflanzen mehrerer Rebsorten in einem Weingarten, um den Ertrag auch bei widrigen Wetterbedingungen zu sichern – ist längst eine Tugend geworden: Heute ist das Zusammenspiel der Sorten genau das, worauf bei der Vermarktung des Gemischten Satzes gesetzt wird.

Fans in Kitzbühel und Japan

„Mein Onkel Richard Zahel stand seit Jahrzehnten hinter der Grundidee, den Gemischten Satz auf ein höheres Niveau zu bringen“, sagt Alexander Zahel, der das Weingut Zahel heute mitleitet. Die bisherige Krönung dieser Bemühungen: Seit 2012 bringt Zahel mit dem Five Points Gemischten Satz den teuersten Wein Österreichs auf den Markt. 150 Euro kostet die Flasche. Ein stolzer Preis, aber die Kalkulation hat sich ausgezahlt: Der letzte Jahrgang, der auf den Markt gekommen ist, jener von 2013, ist bereits ausverkauft.

Etwa 1.500 reguläre Flaschen und 400 Halbflaschen wurden abgefüllt. Abnehmer sind vor allem die gehobene Hotellerie – von Wien über Kitzbühel bis Japan – und die gehobene Gastronomie. Die Besonderheit des Five Points: Trauben aus fünf Anbaugebieten innerhalb Wiens – Bisamberg, Nussberg, Sievering, Oberlaa und Mauer. Der exklusive Wein wird übrigens nur produziert, wenn die Qualität der Ernte es zulässt. 2014 wurde es nichts. Der nächste Jahrgang, 2015, kommt vor Weihnachten auf den Markt.

Text: Christine Bazalka
Fotos: Arnold Burghardt

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Weingut Zahel
Maurer Hauptplatz 9
1230 Wien
www.zahel.at