Meisterklasse des Handwerks

Bei der „Masterpiece Collection“ wird Wiener Unternehmenskunst auf den Punkt gebracht.

Wertvolle Manufakturen, feine Maßarbeit und gelebte Tradition: All das vereint die „Masterpiece Collection“. 45 Wiener Unternehmen sind dabei mit ihren Meisterstücken aus den Bereichen Präzisionshandwerk, Kulinarik sowie Interior und Design online auf www.masterpiece-collection.com vertreten.

Spätestens seit der Zeit der Wiener Werkstätten, die Anfang des 20. Jahrhunderts den Kunstbegriff auf Alltagsgegenstände erweiterten, war und ist die Umsetzung kreativer Ideen in vielen Wiener Handwerksbetrieben wichtiger Teil ihrer Philosophie. Die Handwerker bieten Design und Herstellung aus einer Hand. Ihre Produkte zeichnen sich durch hohe Qualität in Fertigung und Gestaltung aus. Sie erzählen Geschichten von Menschen, Tradition und Kultur, machen neugierig und überraschen. Dank des künstlerischen Werts heben sie sich deutlich von der maschinellen Massenproduktion ab. „Kunst und Handwerk gehen in Wien eine sehr enge Verbindung ein. Unsere Handwerksbetriebe bewegen sich hier in einer langen Tradition“, so Maria Smodics-Neumann von der Wirtschaftskammer Wien, die die „Masterpiece Collection“ ins Leben gerufen hat.

 Der Liebling des Kaisers

Das Grand Hotel Wien ist bei der Masterpiece Collection mit dem „Grand Guglhupf“ vertreten. Der Kaiser höchstpersönlich entdeckte eines Tages den herrlichen Geschmack für sich und verlangte von da an zu jedem Frühstück ein Stück frischen Guglhupf – so will es zumindest die Legende des „Kaiserfrühstücks“. Der flaumige Grand Guglhupf wird übrigens nach dem hauseigenen, 1994 entwickelten Rezept für Marmorkuchen gebacken und gilt mittlerweile als „kulinarisches Maskottchen“ des Hotels.

Ein traditioneller Handwerksbetrieb, ein durch viele Jahrhunderte in unzählige Formen gegossenes Material – und doch ständige Innovation: Das trifft auf die Zinn-Werkstätte Chlada zu. Spiegel- und Fotorahmen, Schreibtisch-Accessoires wie Brieföffner und Topfuntersetzer, elegante Kerzenleuchter, zierliche Lesezeichen und Schlüsselanhänger fertigt Rudolf Chlada seit Gründung der Werkstätte 1960. Ebenso wirkte er bereits bei Aufträgen in der Hofburg, im Parlament, in der Staatsoper oder im Stephansdom mit.

Als Gestalter und Hersteller feiner Lederwaren ist R. Horn‘s Wien wiederum dem Geist der Wiener Avantgarde um die Jahrhundertwende verpflichtet. Die Entwürfe folgen dabei dem ästhetischen Verständnis der Arbeiten von großen Namen wie Otto Wagner, Adolf Loos und der Wiener Werkstätte. Kleinserien und Maßanfertigungen entstehen bei Robert Horn mittlerweile seit mehr als 25 Jahren in der Werkstatt in Margareten, das Leder dafür stammt aus einer kleinen Gerberei in Florenz. Die Horn’sche Farbpalette reicht dabei übrigens weit über das klassische Schwarz oder Beige hinaus – von Pink bis Orange, von Gelb bis Rot ist alles dabei.

Text: Andrea Hörtenhuber
Fotos: Fotos Weinwurm, schauschau-werk, Chlada, Vaugoin