Wien trifft Brasilien – am Kopf

Dass Tradition nicht gleich fad ist, beweist Niely Hoetsch mit ihren Goldhauben und Haarreifen.

Wer bei Goldhauben und Kopfschmuck an Großmutters Schmuckkästchen denkt, kennt Niely Hoetsch nicht. Mit ihrer Kollektion „Tradition rocks“ versteht es die gebürtige Brasilianerin nämlich, dem Kopfschmuck ein zeitgemäßes Update zu verpassen. Obwohl – den Großmutter-Bezug kann man Hoetsch nicht ganz absprechen: Von ihr hat die Designerin nämlich in ihrer Kindheit in Brasilien das Modistenhandwerk gelernt. „Ich bin quasi im Schneider-Atelier meiner Großmutter aufgewachsen – in einer Welt aus Perlen, Tüll, Satin und Schleiern. Seither schlägt mein Herz für Folklore und traditionelles Design“, so die 46-Jährige.

Studiert hat Hoetsch eigentlich Politikwissenschaft. Für einen Job bei der UNO ist sie nach Wien gekommen, wo sie ihren Mann kennengelernt hat. Eine Hochzeit und zwei Kinder später stellte sich die große Frage „Was nun?“ – und die Idee zum eigenen Atelier war geboren. 2007 machte sich Hoetsch selbstständig. Seither führt sie ihr Atelier in der Ölzeltgasse 5 im 3. Bezirk. Als Hommage an die Wachauer Goldhaube stellte Hoetsch damals ihre erste Goldreifen-Kollektion vor: handgemacht und bestickt mit Goldborten und Spitzen.

 

Mittlerweile fertigt Hoetsch romantisch-elegante Accessoires passend zur Tracht oder zum Hochzeitskleid an. Ihr Markenzeichen: ein Materialmix aus Spitzen, Perlen, Borten, Seide und Co. Das hat auch seinen Preis: Bis zu 700 Euro kann man für einen Kopfschmuck à la Hoetsch ausgeben. Für die Blumenreifen – erhältlich ab 280 Euro – werden die Blumen selbst hergestellt oder sogar Vintage-Blüten verwendet. Die stammen dann teilweise noch aus dem Atelier von Hoetschs Großmutter.

Text: Andrea Hörtenhuber
Fotos: Maria Tsakiri

2017-10-17T10:28:34+00:00