Jean trifft Jogginghose

Zwei Models machen Mode. Dass das klappen kann, beweisen die beiden Gründer des Labels „Verdandy“.

Mit der Jogginghose auf der Straße? Naja. Was erst mal fragwürdig klingt, haben Martin Pichler und Manuel Rauner ziemlich fesch in die Tat umgesetzt. Die beiden kreieren mit ihrem Label „Verdandy“ nämlich Jeans, die genauso bequem zu tragen sind wie Jogginghosen – aber auch genauso schick wie Denim aussehen. Möglich macht das ein eigener Stoff: nämlich Jersey-Denim. Ein weiterer Vorteil der „Verdandy“-Mode: Nicht nur die Bequemlichkeit gleicht einer Jogginghose mit großer Bewegungsfreiheit. „Unsere Hosen sind auch formstabil und leiern nicht aus, wie es oft bei Trainingshosen der Fall ist“, so Pichler.

Ihre Mode-Erfahrung haben sich die beiden Designer bei ihrer langjährigen Tätigkeit im Model-Business angeeignet. „Wir haben uns vor mehr als zehn Jahren bei einem Casting kennengelernt“, so Pichler.

„Und wir hatten schon immer eine Schwäche für Jeans und Denim-Jacken, das Material war aber leider oft einfach starr und auch viel zu unbequem.“

Nordisches Schicksal

Nach vergeblicher Suche nahmen Pichler und Rauner die Sache schließlich selbst in die Hand – und gründeten kurzerhand ihr eigenes Label „Verdandy“.

Zwei Jahre lang feilten die beiden an ihren Modellen in kerniger Denim-Optik und zugleich mit angenehmem Joggpants-Feeling. Von ihrer Erfahrung als Models haben die beiden Unternehmer dabei übrigens nur profitiert:

„Modeln wird ja gerne als oberflächlich abgetan, aber gerade durch diesen Beruf konnten wir wichtige und persönlichkeitsbildende Erfahrungen sammeln: Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit und ein gutes Maß an Selbstorganisation sind ein Muss. Gute Voraussetzungen, um als Unternehmer in die Selbstständigkeit zu treten“, so Pichler.

Der Name „Verdandy“ leitet sich übrigens von „Verðandi“, der nordischen Schicksalsgöttin der Gegenwart, ab. „Sie erinnert uns, jeden Moment des Lebens mit Leidenschaft und Freude zu genießen und das Schicksal furchtlos selbst in die Hand zu nehmen.“ Gesprochen erinnert der Wortlaut an „Wear Dandy“: „Das bezieht sich auf den schlichten und feinsinnigen Stil eines Dandys, der sich selbst immer treu bleibt“, sagt Rauner. Auch die Namen der einzelnen Modelle leiten sich von der Mythologie ab: Während modische Männer zur sportlichen Skinny-Version „Thor“ greifen, entscheiden sich Liebhaber des Five-Pocket-Modells für den Slim-Regular-Fit „Balder“. Kostenpunkt pro Hose: ab 189 Euro. Das Jackenmodell „Loki“ – erhältlich ab 229 Euro – rundet das All-Denim-Outfit stimmig ab.

Produktion in Europa

Produziert wird die Mode ausschließlich in Europa, die Stoffe etwa kommen aus Italien, Deutschland und der Türkei. „Das kostet natürlich mehr, als in Asien zu produzieren. Aber wir kennen so alle unsere Lieferanten, Wäschereien und Nähereien und haben uns persönlich von ihrer Professionalität versichert“, so Pichler.

Ob „man“ in den doch sehr figurbetonten „Verdandys“ auch ohne Model-Maße gut aussieht? „Bei uns werden Männer mit sportlichen Oberschenkeln genauso fündig wie Herren mit schmalen Beinen. Wir decken mit unseren Fits bis Größe 38 alles ab. Und das Modell Thor wird in kleinen Größen auch sehr gerne von Frauen getragen“, verrät Rauner.

Text: Andrea Hörtenhuber
Fotos: Cornelia Gillmann

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www.verdandy.com